Baltschiedersenntum

Genossenschaft Baltschiedersenntum

Die Genossenschaft Baltschiedersenntum verwaltet und bewahrt das historische Baltschiedersenntum, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Sie vertritt die Eigentümer der Alprechte und setzt sich für den Erhalt des alpinen Kulturerbes sowie der damit verbundenen Rechte und Liegenschaften ein.

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Eigentümer von Kuhrechten sind aktuell Mitglieder der Genossenschaft (Stand: 06.03.2025)

Geschichte

In einer der ältesten Urkunden vom 1. September 1381 aus dem Gemeindearchiv von Baltschieder wird folgendes festgehalten:

«Baltschieder in der Matte des Martin Nigri. Die Alpgeteilen im Tale von Baltschieder geben einer Geteilschaft das Recht, eine Wasserleitung vom Bache (Horga genannt) durch den Ranft bis an den Bischofsberg zu führen, welche Wasserfuhr in Kurzem geschöpft werden wird. Die Geteilen der Wasserleitung haben den Alpgeteilen jährlich 8 Fischel Korn am Feste des Hl. Michael zu entrichten».

(Abschrift der Urkunde von 1381)

Damit wurden bereits 1381 die Alpgeteilen als Grundeigentümer angesehen und respektiert. Diese Wasserleitung war für den Bischofsberg, wie Ausserberg damals genannt wurde, von grosser Wichtigkeit für die Bewässerung und der Bewirtschaftung der trockenen Hanglage an der Südrampe.

Die Alpe in Baltschiedertal oder das Baltschiedersenntum war bis in die 1950ziger Jahre für die landwirtschaftlich geprägte Bevölkerung von Ausserberg, Baltschieder und Eggerberg von entscheidender Bedeutung. In allen drei Gemeinden wurden Alpbücher oder Alpregister geführt. Der Auftrieb von Kühen erfolgte nach Kuhrechten und dies nochmals aufgeteilt nach vier Randungen. Das Kuhrecht war wiederum aufgeteilt in 1/1, ¾, ½ und 1/4. Das heisst, wenn ein Eigentümer eine ganze Kuh Alprecht besass und das in allen vier Randungen, dann konnte er jedes Jahr eine Kuh im Baltschiedersenntum sömmern.

Das Senntum

Senntumstall 

Der heutige Senntumstall zwischen der Senntumhütte und dem Baltschiederbach wurde im Jahre 1938 errichtet. Vor diesem Bau wurde oberhalb der Senntumhütte ein Stall gebaut, der jedoch bereits im ersten Winter von einer Lawine zerstört wurde. Und vor diesem Zeitpunkt gab es keinen festen Stall für das Unterbringen der Kühe, es bestand lediglich im Inneren Senntum eine Sennerei, auf deren Grundmauern die heutige Schäferhütte von Geteilen aus Ausserberg errichtet wurde.

Im Jahre 2021 wurde der Dachstuhl und das Dach des Stalls mit einem Aufwand von rund Fr. 48’000.- erneuert. Mit Vertrag vom 17./31.1.2024 ist die südliche Hälfte des Stalls an die Stiftung Suone Niwärch mit Sitz in Ausserberg vermietet worden.

Senntumshütte

Wann die Senntumhütte gebaut wurde lässt sich nicht genau nachweisen. Auf Fotodokumenten aus dem Jahre 1913 kann nachgewiesen werden, dass diese Hütte bereits bestand. Die Senntumhütte wurde im Jahr 2003 renoviert und aus der Jahresabrechnung 2003 wird am 27. Februar 2004 festgehalten, dass die Instandstellung der Senntumhütte abgeschlossen ist und dass die Abrechnung separat geführt wird. Die Gesamtkostend er Renovation belief sich auf Fr. 118’145.-, wobei sich die Geteilen mit insgesamt 78’400.- beteiligten. Weitere Beträge gingen seitens der Gemeinden Baltschieder und Ausserberg, dem Kanton Wallis und dem Bund, sowie der Stiftung für Landschaftschutz ein.

Heute ist die Hütte an einen Privaten vermietet.

Schäferhütten im Inneren Senntum 

An der Urversammlung der Gemeinde Baltschieder vom 19. Dezember 1982 wurde eine Zone für den Bau von Schäferhütten ausgeschieden. Diese Bauzone «Innrees Senntum» ist vom Staatsrat des Kantons Wallis am 27. April 1983 homologiert worden. Vor und nach der Ausscheidung dieser Bauzone für das Erstellen von sogenannten Schäferhütten im Inneren Senntum wurden im Einverständnis mit der Genossenschaft Baltschiedersenntum Schäferhütten errichtet.

Diese Schäferhütten liegen nun sachenrechtlich im Eigentum der Genossenschaft Baltschiedersenntum. An der Versammlung vom 2. September 2025 hat der Vorstand den Vertretern der Schäferhütten mitgeteilt, dass die Genossenschaft Baltschiedersenntum bereit ist entsprechende Baurechtsverträge abzuschliessen, damit die Eigentumsfrage für die Beteiligten der Schäferhütten auch im Grundbuchamt eingetragen werden kann.

Vorstand

Stefan Schmid, Peter Margelist, Anton In-Albon (v.l.n.r)

Die Alpgeteilen stammten fast ausnahmslos aus den  Gemeinden Ausserberg, Baltschieder und Eggerberg. Dem Baltschiedersenntum stand ein Vorstand vor, bei dem es Tradition war, dass der Präsident aus Baltscheider, der Kassier aus Ausserberg und der Schreiber aus Eggerberg stammte. Im Weiteren standen diesem Vorstand Alpvögte zur Seite.

Der heutige Vorstand besteht seit dem 20.03.2009 aus folgenden Mitgliedern:

Peter Margelist, Präsident (peter.margelist@bluewin.ch)

Schmid Stefan, Kassier (schmid.stefan1963@gmail.com)

In-Albon Anton, Schreiber (antoninalbon@bluewin.ch)  (seit dem 5. März 1995 im Vorstand)

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